• 11.-13. Oktober 2021
  • Messegelände Berlin

25. August 2021, von Peter Eichhorn

Gemeinsam und genial – 5 außergewöhnliche Getränke-Kollaborationen

Bierbrauer mit Musikbands, Spirituosenmarken mit Festivals oder Brenner mit Bartendern: Hinter den außergewöhnlichen Kollaborationen im Markt steckt oft viel mehr als reine Marketingzwecke. 

 

Solidarisch anpacken und zusammen etwas erreichen. Die Bedeutung hinter solchen Begrifflichkeiten wurde zuletzt im Angesicht der schrecklichen Hochwasser Bilder deutlich. In besonderen, wie auch in ruhigeren Zeiten spielen eine besondere Verbindung und das gemeinsame Kreieren eine herausragende Rolle. Lange geplant oder kurzfristig improvisiert, aufregende Geschichten und Projekte gilt es zu erzählen. Zuweilen bringen Kollaborationen auch Protagonisten zusammen, die zu überraschen wissen.

 

Whisky & Wagner

 

„Es ist nicht vorbei, bis die dicke Dame gesungen hat“, so lautet ein Satz, der gerne im Zusammenhang mit dem ungewissen Ausgang eines Spottereignisses verwendet wird. Ursprünglich geprägt in den 1970er Jahren im Zusammenhang eines Basketballspiels, handelt es sich bei der „Dicken Dame“ um die Walküre Brünnhilde in Richard Wagners Götterdämmerung. Ihr Gesang leitet das Ende des gesamten Rings der Nibelungen ein.

Was Brünnhilde derweil getrunken hat, wissen wir nicht. Heute müsste es Whisky von den Orkney Inseln sein, denn die Marke Highland Park ging eine dreijährige Kooperation mit den Wagner-Festspielen in Bayreuth ein und jedes Jahr entsteht anlässlich des berühmten Musik-Ereignisses besondere Abfüllungen Highland Park Whisky. In diesem Jahr heißt die auf 341 Flaschen limitierte süß-würzige Abfüllung „Erda – Earth Mother“ und die floral-komplexe Abfüllung „Erda – Sleeping Prophet“ kommt auf begehrte 273 Flaschen.

Es ist die nordische Mythologie, die die beiden unterschiedlichen Konzepte zusammengebracht hat und so dürfen die Festival-Besucher an der Ring-Bar nun eleganten Whisky schlürfen.

www.highlandparkwhisky.com

 

Bier & Brauer

 

Gerade in der Brauwelt sind Kollaborationen ein häufiges und sympathisches Phänomen. Gerne treffen sich Brauer und konzipieren gemeinsam einen originellen Sud. Mal ist das Gebräu einfach der Freundschaft gewidmet, manchmal gibt es einen anderen Anlass.

Jüngst legten Brauer für ihren gemeinsamen Sud lange Wege zurück. Die Braumeister der Bitburger Brauerei in Rheinland-Pfalz taten sich mit den Kollegen von Sierra Nevada in Kalifornien zusammen und jeder brachte ein Stück Heimat mit ins Bier. So entstand das „Triple Hop’d Lager“, das mit Hopfensorten aus USA und Deutschland gefertigt ist. Schlank im Antrunk und doch intensiv hopfig.

Auch in der Musik findet sich ein Hang zum Bier. So schufen bereits Iron Maiden, Boss Hoss, AC/DC oder Status Quo eigene Biere und in Berlin braute die Marke Brlo gemeinsam mit den Hip Hoppern von „Run the Jewels“ schon zweimal ein spezielles Bier ein.

 

Reinheit vs. Natürlichkeit

 

Bier darf auch provozieren. Als sich zum 500. Geburtstag des Reinheitsgebots der Verein Deutsche Kreativbrauer e.V. (https://deutschekreativbrauer.de) gründete, begleitete eine Gemeinschaftssud die Gründung. Dieser Sud stellte gleichsam einen Protest dar, nämlich gegen ebenjenes Reinheitsgebot, welche die Kreativbrauer als rückständig und einschränkend empfinden und gerne gegen ein „Natürlichkeitsgebot“ austauschen würden.

Bei dem Bier handelte es sich um ein untergäriges Weizenbier, das gemäß Reinheitsgebot unerklärlicherweise verboten ist.

Brenner & Bartender

 

Ein Konzept, das die Barwelt bereichert wurzelt in Berlin und inspiriert mittlerweile die gesamte Republik. Das Freimeisterkollektiv bringt Brenner, Bartender und Getränkeexperten zusammen, um spannende, neue Produkte gemeinsam zu entwickeln. Cocktailideen inspirieren Brenner, die neue Produkte für den Barbetrieb destillieren. Neue Ideen und bewährte Techniken bringen frischen Wind an den Tresen und ins Glas.

Wie schön ist es doch, wenn ein Bartender einem Brenner seinen und ihren Wunsch vortragen kann, der dann umgehen umgesetzt wird. So entstanden Speckbirne-Likörwein, diverse Shrubs, herausragende Kaffeespirituosen und mehr.

https://freimeisterkollektiv.de/

 

Drink & drive?

 

Natürlich wollen wir die Konzepte des Trinkens und des Fahrens nicht gleichzeitig betreiben. Dennoch kommen zuweilen Marken und Momente zusammen, die den üblichen Werbebetrieb von Alkohol-Sponsoring beim Motorsport bei Weitem übertreffen.

 

So blicken zwei Marken gemeinsam auf das Jahr 1964, das sie zu den Meilensteinen ihrer Unternehmensgeschichte zählen. Bei dem Autobauer Aston Martin wurde in jenem Jahr der DB5 zur Automobilen Legende, wofür der James-Bond-Film „Goldfinger“ sorgte. Auf der schottischen Insel Islay stellte die Bowmore Destillerie ihren Fertigungsprozess von Holzkohle auf Dampf um und läutete so ein neues Zeitalter ihrer Whiskyproduktion ein.

Und so kam ein Whisky, der im Jahr 1964 destilliert wurde in eine bemerkenswerte Flasche, die einem Auto-Kolben nachempfunden ist. Nur 25 von insgesamt 27 Flaschen des Black Bowmore DB5 1964 kamen auf den Markt. Der stolze Preis lag bei 50.000 Pfund. Die beiden Marken planen weitere gemeinsame Projekte in der Zukunft.

www.bowmore.com

 

Die schönste Kollaboration aber ist jene, die hilft und Gutes tut. Wer die Bilder der eingangs erwähnten Flutkatastrophe vor Augen hat, stimmt sicher unbedingt zu. Und so unterstützen die Winzer landauf landab die immens gebeutelten Kollegen an der Ahr. Einerseits durch unmittelbare Hilfe vor Ort, um die Ernte zu retten, aber auch mit Geldmitteln für den Wiederaufbau.

Der Verband der Prädikatswinzer VDP.Adler geht voran und sammelt unter dem Motto „Der Adler hilft“ Gelder für die Ahr-Winzer.

 

https://www.vdp.de/de/der-adler-hilft-ahr

 

Jeder kann mithelfen. Die eigene Kollaboration ist doch die schönste.

© Titelbild: Marko Crawford