• 10.-12. Oktober 2022
  • Messegelände Berlin

18. Juli 2022, von Angus Winchester

Voll im Fokus: Was bringt deine Bar voran?

Wie verliert man im stressigen Bar-Alltag nicht den Fokus für langfristige Ziele und die dazugehörigen Aufgaben aus den Augen? Angus Winchester hat ein paar Ideen.

 © Shutterstock

In einem kürzlich durchgeführten Interview mit einigen der reichsten und erfolgreichsten Menschen der Welt antworteten die meisten von ihnen auf die Frage nach dem Schlüssel zu ihrem Erfolg mit demselben Wort: Fokus. Die Fähigkeit, seine Aufmerksamkeit auf das zu richten, was wirklich wichtig ist, und sich trotz all des äußeren Lärms um einen herum weiter zu konzentrieren. Dieser Fokus wird zu einer immer wichtigeren, aber zeitgleich auch immer schwierigeren Fähigkeit in der Geschäftswelt als auch in unser aller Leben, die es zu beherrschen gilt.

 

Dringend oder wichtig?

In unserer Branche gibt es viel Bewegung und Aufgaben, die als „dringend“ oder „wichtig“ eingestuft werden. In der realen Welt gewinnt meistens immer das Dringende und das Wichtige wird oft zurückgedrängt oder vergessen. Es sei denn, man schafft Systeme, die verhindern, dass das geschieht. Der Unterschied zwischen dem Wichtigen und dem Dringenden kann sehr groß sein. Dringende To Do’s sind immer auf den gegenwärtigen Moment ausgerichtet: Sie müssen sofort erledigt werden und wenn sie nicht erledigt werden, hat das auch sofortige Konsequenzen. Wichtige Aufgaben hingegen gehören zu den langfristigen Zielen und sind von strategischem Wert.

 

To Do’s identifizieren

Während dringende Angelegenheiten leicht zu identifizieren sind – von der Notwendigkeit, eine Glühbirne oder einen Mitarbeiter zu ersetzen bis hin zum Löschen eines Feuers oder dem Rauswurf eines betrunkenen Gastes – sind wichtige Angelegenheiten eher weniger auffällig oder rein datengesteuert und erfordern daher andere Wege, um sie im Blick zu behalten. Mit dem zunehmenden Einsatz von Technologie innerhalb und außerhalb von Bars (wie beispielsweise Kassen- und Reservierungssystemen sowie sozialen Medien und Bewertungsportalen) haben wir Zugang zu einer riesigen Menge an Daten, die ein Unternehmen umgestalten und für den zukünftigen Erfolg ideal vorbereiten kann. Und was ist eine Lösung, um sowohl das Wichtige im Auge zu behalten und seinen Fokus darauf zu legen? – Ein Dashboard.

 

Alles im Überblick

Ein gut eingerichtetes und gepflegtes Dashboard ist in den meisten Unternehmen ein entscheidender Faktor, der mehrere strategische Instrumente und Ideen umfasst. Dashboards gibt es überall. Wenn man einmal darüber nachdenkt, werden wir jeden Tag mit Dashboards konfrontiert: Vom Armaturenbrett im Auto bis hin zur Übersicht der Fitness-Aktivität auf dem iPhone. Wenn sie verstanden und sorgfältig ausgewählt werden, können sie unser Geschäft und unsere alltäglichen Aktivitäten effizienter gestalten. So auch das Informationsmanagement wie etwa Fragen nach Ausgaben pro Kopf, Lohnkosten oder Personalstunden. Mit Hilfe von Dashboards können alle Beteiligten und die zugehörigen Kennzahlen an einem Ort zusammengeführt werden, um diese Fragen zu beantworten und Verbesserungspotenziale zu erkennen.

 

Dashboard: Welche Fragen sollten berücksichtigt werden?

1.    Für wen ist das Dashboard gedacht? Sicherlich sollte es öffentliche Dashboards geben, die von allen eingesehen werden können, aber einzelnen Managern oder Mitarbeitern kann ein Dashboard zugewiesen werden, um ihre Aufmerksamkeit zu fokussieren und Verantwortlichkeit zu schaffen.

2.    Wie viele Metriken sollten berücksichtigt werden? Denkt an die Analogie zum Auto: Weniger als fünf Kennzahlen scheinen die Norm zu sein, die effizient gehandhabt werden kann (d. h. wie lange dauert es, sie zu erstellen und wie lange, sie zu lesen).

3.    Welches Format sollte verwendet werden? Es ist gut, vergangene und aktuelle Bewegungen zu zeigen, daher sind Diagramme besser als Zahlen oder Rohdaten. Schließlich sollte der Zeitrahmen festgelegt werden und auch hier können für bestimmte Metriken wöchentliche, monatliche oder vierteljährliche Dashboards sinnvoll sein.

 

Die Vorteile der „Datendemokratie“

Die Verwendung eines Dashboards zur Messung der für dein Unternehmen wichtigen Daten bringt unmittelbare Vorteile mit sich. Indem du „Datendemokratie" praktizierst und die geschäftskritischen Daten mit deinem Team teilst, erhöhst du erstens das Engagement der Mitarbeiter, kannst Erfolge sichtbar machen und eine klare Begründung für Geschäftsentscheidungen schaffen. Zweitens werden durch die Sichtbarkeit und Verantwortlichkeit für die erfassten Zahlen die Aufmerksamkeit und die Effizienz deines Managementteams verbessert. Und schließlich kann man durch die Erstellung von Metriken klar erkennen, ob die Bemühungen funktionieren („Es funktioniert, also machen wir es noch einmal") oder eben nicht („Wir haben diesen Ansatz ausprobiert und es hat nicht funktioniert, also versuchen wir etwas anderes").

 

Das Streben nach verbesserten Prozessen

Ein typischer Manager im Gastgewerbe ist selten ein MBA-Absolvent und wird oft befördert, weil er (überwiegend) nüchtern bei der Arbeit bleiben kann, aber die Arbeit wird immer schwieriger – vor allem, weil der wirtschaftliche Gegenwind, den wir erleben, neuen Druck erzeugt. Indem wir uns um die Optimierung unserer Business Intelligence bemühen, können wir sowohl individuell als auch kollektiv danach streben, uns selbst zu verbessern. Dashboard-Tools helfen dabei, dieses Streben fokussierter zu gestalten. Auch wenn wir wahrscheinlich nie zu den reichsten Menschen der Welt gehören werden, können wir uns aber zumindest von ihren Methoden inspirieren lassen.