Less Is More: Old Fashioned

©  Damien Guichard

Bar ohne Namen

Entschlossen verweigert sich Savage, der Bar einen Namen zu geben. Stattdessen sind drei klassische Design-Symbole das Logo der Trinkstätte in Dalston: ein gelbes Quadrat, ein rotes Viereck, ein blauer Kreis. Am meisten wurmt den sympathischen Franzosen dabei, dass es kein Gelbes-Dreieck-Emoji gibt. Das erschwert auf komische Weise die Kommunikation. Der Instagram Account lautet: a_bar_with_shapes-for_a_name und anderenorts tauchen die Begriffe ‘Savage Bar’ oder eben ‚Bauhaus Bar‘ auf.

 

Für den BCB bringt Savage nun sein Barkonzept mit und mixt für uns mit Unterstützung von Russian Standard Vodka an der perfekten Bar dazu.

 

 

 

 

Ein weiterer Monat, in dem wir klassische Cocktails und ihre Liebhaber quälen – und dieses Mal ist der Old Fashioned an der Reihe.

Der Old Fashioned ist der ursprüngliche Cocktail. Tatsächlich wird eine schnelle Google-Suche ergeben, dass er früher einfach nur so genannt wurde: der Cocktail.

Es gibt viel darüber zu sagen, wie puristisch dieser Drink wirklich ist. Whisky, Zucker, Bitters. Das ist alles. Minimalistischer geht es kaum – und doch bleibt er einer der meistbestellten Drinks der Welt. Der Old Fashioned ist auch einer der ultimativen Test-Cocktails: ein Drink, an dem Cocktail-Liebhaber die Qualität eines Etablissements beurteilen. Stellt der Barkeeper die richtigen Fragen? Bietet er genügend Whisky-Optionen an? Passt er den Süßegrad an?

Es sieht einfach aus.

Man mag sich an die Zutaten erinnern. Man mag sich an die Zubereitung erinnern. Aber zu wissen, wie lange man rühren muss, zu erkennen, wann der Drink genug Wasser aufgenommen hat, und die zusätzliche Verdünnung zu berücksichtigen, die im Glas auf Eis stattfinden wird – das erfordert Übung.

©  Damien Guichard

Einfach versus leicht. Das ist eine Unterscheidung, über die ich sehr gerne spreche.

Barkeeper werden von Trends, Umgebungen und den Menschen um sie herum beeinflusst. Es gibt keine alleinige Wahrheit in der Kunst des Mixens – nur eine Vielzahl von Perspektiven, die von Kultur, Geschichte, Geografie und Mentoring geprägt sind. Wo du bist, wen du bedienst und wer dich gelehrt hat, all das beeinflusst, wie du arbeitest. Und ein Wechsel des Arbeitsplatzes bedeutet oft, genauso viel zu verlernen wie zu lernen.

Nach Jahren, in denen du dein Handwerk verfeinert hast, verändert sich etwas. Du beginnst zu verstehen, woran du wirklich glaubst. Du findest deinen Stil. Das wird zu deiner Wahrheit. Plötzlich fühlen sich die Dinge einfacher an. Systematischer. Du fragst dich vielleicht sogar, ob du Abkürzungen nimmst – obwohl du in Wirklichkeit nur das System verstanden hast.

Du hast gelernt, wie man Drinks selbstverständlich wirken lässt.

©  Damien Guichard

Und das ist das Schöne daran. Während Einfachheit die Abwesenheit komplexer Mechanismen ist, braucht es Erfahrung, um diese Mechanismen erst zu sehen – und sie dann nach Belieben optimieren und spielerisch anpassen zu können.

Kehren wir also zum Old Fashioned zurück. Kräftig. Kaltgerührt. Perfekt verdünnt. Eine feste Bitterkeit. Das ist die Struktur.

Dann gibt es da noch die andere Version – die zerdrückte Orangenscheibe, die leuchtend pinke Kirsche. Das ist Cocktail-Kultur.

Was aber, wenn wir die erkennbare DNA dieses Drinks beibehalten und ihn in etwas Lustiges, Köstliches und Zeitgenössisches verwandeln? Das ist Erfahrung.

Nennen wir es ein Comeback

Für eine Portion

60 ml Bourbon
10 ml Dry Curaçao
2,5 ml Zuckersirup
8 Tropfen Black Walnut Bitters
15 ml Reiner Kirschsaft

©  Damien Guichard

Alle Zutaten in eine Flasche geben und im Gefrierschrank lagern. Direkt über Eis servieren.

Hier ist eine einfache und leichte Möglichkeit, einen Klassiker neu zu interpretieren – ohne das Budget zu sprengen und ohne die Seele eines geliebten Drinks zu verlieren.

Cheers